Archiv für die Kategorie 'kaypel'

Eine Perle des Alltags

kaypel am 20. Dezember 2007

Heute mal etwas nicht pokerspezifisches, sondern eine kleine Geschichte aus meinem Berufsleben. Ich hatte heute den mit Abstand lustigsten Kunden, den ich während meiner gesamten Laufbahn kennenlernen durfte.

Ich bekam den Auftrag für eine kleine Firma ein Plakat zu entwerfen. Dies tat ich. Um mit der Produktion beginnen zu  können musste ich mir noch die Freigabe des Kunden einholen; also rief ich ihn an um mich nach einer E-Mail-Adresse zu erkundigen.

Als die nette Sekretärin dann meinte, sie müsste sich erst danach erkundigen wurde ich schon etwas stutzig, lies mich aber nicht beirren und wartete geduldig auf den Rückruf. Wenige Minuten später meldete sie sich und gab mir die gewünschten Daten. Ich versicherte ihr, dass der Entwurf in wenigen Augenblicken bei ihr eintreffen würde, worauf sie mir voller Vorfreude verkündete, sie würde gleich den Rechner einschalten.

Ein Betrieb der ohne Computer auskommt?!

Ungefähr nach zehn Minuten erhielt ich dann einen weiteren Anruf. Man gab mir zu verstehen, dass der Entwurf gefallen würde und wir mit der Produktion beginnen dürften.

Voller Tatendrang schwang ich mich also an den Rechner um die Datei für den Druck vorzubereiten. Ich starrte auf den Bildschirm, unfähig mich daran zu erinnern wo ich die Datei abgelegt hatte. Dabei hatte ich sie doch erst wenige Augenblicke zuvor verschickt. Hatte ich das tatsächlich?

Verwirrt öffnete ich noch einmal die von mir versandte E-Mail. Ein Anhang fehlte.

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Gute Nachrichten …

kaypel am 17. Dezember 2007

… für alle meine Gegenspieler. Mich hat nicht nur ein unangenehmer Downswing erwischt, ich tilte dazu phasenweise recht heftig. Das äußerst sich dann vornehmlich in aussichtslosen Bluffs.

Und wieder bin ich überrascht gegen was man alles verlieren kann. Sei es der Runner-Runner-Gutshot-Hit mit All-in-Action am Turn oder der allseits beliebte 2-Outer. Letzteren habe ich übrigens auch selbst noch treffen dürfen. :P

So beendete ich dann meine heutige Aufholjagd mit insgesamt sechs Stacks im Minus. Wenn man bedenkt, dass ich zwischenzeitlich sogar fast zwölf Stacks down war kann ich eigentlich recht zufrieden sein. Das Gröbste scheint überstanden.

Nebenbei habe ich auch noch zwei Turniere gespielt. Aus dem ersten bin ich mit Königen gegen AKo (Flush), aus dem zweiten mit AJs (TPTK + FD) gegen KJo (trifft den 2-outer) geflogen. Das hat meine Stimmung ehrlich gesagt nicht wirklich heben können.

Ansonsten habe ich Unmengen an Full Tilt Points produziert und werde mir wahrscheinlich einen neuen TFT zu Weihnachten schenken. Allerdings werde ich mit der Bestellung noch warten, bis ich den Neujahrsbonus freigespielt habe.

Full Tilt sind was Boni angeht nämlich verdammte Halsabschneider: Boni sowie Shopeinkäufe werden vom ohnehin viel zu geringen Rakeback abgezogen. In meinen Augen eine Frechheit. Allerdings ist die Software so gut, dass ich da einfach mal ein Auge zudrücke – sie ist meines Wissens die einzige, die nativ auf dem Mac läuft.

Jetzt werde ich mir noch schnell irgendein Hörbuch saugen und dazu relativ entspannt einschlafen. Morgen geht ja wieder der Arbeitsalltag los. Wahrscheinlich die letzten fünf Tage für dieses Jahr. \o/ Gute Nacht.

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Der Kay, das Ei

kaypel am 9. Dezember 2007

Leider konnte ich in den letzten Tagen kaum Zeit oder die nötige Konzentration zum spielen aufbringen. Aber so ganz im Dunkeln kann ich euch natürlich nicht lassen.

Das beste zuerst: Ich habe mich von Annette_15 (und einigen anderen) inspirieren lassen und spielte ein Sit-and-go – fast komplett – blind. Das Ergebnis seht ihr hier (opr) (edit: Bin erste von insgesamt 45 geworden). Leider kann ich von keinen großen Suckouts oder tollen Moves berichten. Insgesamt würde ich mein Spiel eher als mittelmäßig beschreiben. Und damit konnte ich in den höher dotierten Turnieren, die ich dann später noch spielte, leider nichts reißen.

Heute habe ich mich dann noch eine Weile an die Cash-Tables gesetzt und freute mich über einen netten Upswing, der mir ungefähr sieben Stacks einbrachte. Dazu muss ich aber auch sagen, dass im Ongame-Netz wirklich grottig gespielt wird; Mir ist es sogar gelungen einen Stack mit A-high zu gewinnen.

Tjo, ansonsten ist nicht mehr viel zu berichten. Ach ja! Ich hatte ja vor kurzem Geburtstag. Unter anderem habe ich eine Tischauflage geschenkt bekommen, die wir noch am Abend einweihten. Ich bin mir nicht sicher ob es daran lag, dass wir mit einem Deck von PartyPoker gespielt haben – jedenfalls gab es über den Abend verteilt wirklich sehr viele große Hände. Gewonnen habe übrigens ich. ;)

Für letzten Freitag war dann eigentlich auch noch Pokern mit den Freunden vom Chef auf der Weihnachtsfeier angesagt. Leider habe ich "mir den Abend selbst versaut", indem ich bis halb zehn gearbeitet habe. Danach war mir wirklich nicht mehr nach Feiern und ich bin mit meiner Freundin nach Hause gefahren.

Dabei haben wir einen kleinen Umweg über die Videothek gemacht. Full Metal Village ist ein wahrhaft empfehlenswerter Film (Dokumentation). Es geht um das kleine Dorf Wacken im Norden der Republik. Hier findet jährlich das größte Metal-Open-Air Europas statt. Auf einen Einwohner kommen dann mal eben 40 Besucher.

Da ich schonmal dabei bin gute Tipps an den Mann zu bringen: Zootcase (iTunes-Link). Wunderbarer Jazz für alle Lebenslagen, für unschlagbare 6 €.

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DPPC08 - Die Vorrunde

kaypel am 19. November 2007

Wie versprochen ein kleiner Bericht zu meinem heutigen Abend – meinem ersten richtigen Live-Poker.

Ich war überrascht wie groß doch der Unterschied zwischen dem heutigen Abend und dem für mich fast alltäglichem Onlinespiel ist. Ich bilde mir ein von meiner Mutter gute Menschenkenntnis geerbt zu haben, zumindest bestätigten sich einige meiner ersten Eindrücke recht schnell.
Da gab es das Alphamännchen, der in der Hofpause verschmähten Kinder; Ein absoluter Maniac der unbedingt seine angebliche zwanzigjährige Erfahrung unter Beweis stellen wollte und so auf eine ordenliche Erhöhung und einen Call der beiden Rocks Trash pusht. Sein Qxo hatte natürlich keine Chance gegen QQ und, wenn ich mich nicht täusche, AK.
Sehr zur allgemeinen Unterhaltung beigetragen hat auch der nervöse Zu-Spät-Kommer. Er hatte scheinbar das Bedürfnis die verlorene Zeit wieder aufholen zu müssen, vielleicht wollte er auch nur einen netten Eindruck hinterlassen, jedenfalls spielte eigentlich jeden Pot - gleich in seiner ersten Hand flopt er einen Flush, der ihm vom schlecht bluffenden Henry, dem Coach, sogar voll ausbezahlt wird. Ich habe schwerenherzens zwei Paar am River abgelegt, hatte aber auch nicht sonderlich viel investiert.

Witzig war, als er einen bestimmt Betrag nicht callen konnte, versucht seinen Chip zu tauschen, er aber gesagt bekommt er solle dies während der Hand tun und er darauf hin "Ich leg’ erstmal Tausend" sagt und es tut.
Henry bestätigt seinen Raise auf die dreifache Potgröße woraufhin er fast, ach was schreib ich … Er flipt aus und kann erst nach knapp drei Minuten durch einen Reraise All-in um ungefähr 500 von Matthias etwas zur Ruhe gebracht werden. Er foldete dann übrigens aus Prinzip.

Eventuell sollte ich noch auf die Struktur des Spiels eingehen: Jeder bekam einen Stack im Wert von 2k Chips, die Option eines Rebuys sowie eine Jokerkarte. Mit ihr war es einem möglich zu jedem beliebigem Zeitpunkt irgendeine Karte, sei es aus dem Board oder der eigenen Hand (warum auch immer man das tun sollte) zu tauschen. Zum Glück gibt es soetwas normalerweise nicht.

Gespielt wurde dann mit Blinds von zehn und 20, später, als sich einige Protégés des letzten Wettbewerbs dazugesellten, auch mit Straddle sowie Restraddle – für mich absolut neu aber eigentlich recht interessant. Ich bin mir aber noch nicht sicher in welchen Situationen es sinnvoll ist.

Ich selbst habe im Gegensatz zu den anderen Spielern recht zeitig meinen Rebuy genutzt. Henry hatte offenbar gefallen daran so viele Chips wie nur möglich in den Pot zu werfen, er saß ja auch vor dem Koffer mit allen restlichen Chips, einfach um die Leute zu Entscheidungen zu drängen.

Leider hat er die Position, die er auf mich hatte so gut wie nie genutzt und ich sammelte mit C-Bets fleißig zwei, drei kleine Pötte, die ich nach einem versehentlichen Muck des Winners auch nötig hatte.
Nur ein einziges Mal hatte ich die Gelegenheit ihn in einem Family-Pot zu checkraisen, woraufhin er aber ablegte: Ich raiste aus mittlerer Position 54 und das J54-Board ganz gut. Warum mit diesem zweifarbigem Flop sonst niemand der vier oder fünf Caller etwas anfangen konnte bleibt ein Rätsel.

Ziemlich hirnrissig habe ich meinen Joker verblasen. Mit einem Straightdraw konnte ich billig bis zum River callen. Anstatt den Flushdraw zu spielen reiße ich den möglichen Draw am Board kaputt und stehle mir auf diese Weise selbst sieben Outs. Halb so schlimm, getroffen habe ich weder die Straße noch wäre aus dem Flush-Bluff etwas geworden.

Erst gegen Ende, als schon feststand, dass ich nur zum Recall darf wurde ich in zwei größere Pötte verwickelt. Beim ersten erhöhte ich mit QQ um meinen halben Stack, flope einen OESD K hi, schiebe den Rest hinterher.

Wahrscheinlich wollte Henry dann auch endlich mal eine Hand gegen mich spielen. Er meinte ich wäre sehr ruhig gewesen, weshalb der Einzug in die Zwischenrunde noch gefährdet sei – er ist sich bei mir einfach nicht sicher, meinte er.

Mittlerweile denke ich, diese Aussage als Kompliment auffassen zu können.

Jedenfalls hat er mir zum Schluss doch noch einen großen Pot für TPGK geschenkt. Hätte ich nicht nötig gehabt, denn ich war auch so im Plus. ;)

Weiter geht es leider erst im nächsten Jahr, da der Coach außer Landes ist. Ich freue mich darauf und hoffe, dass es euch ein klein wenig genauso geht. Gestern erst habe ich festgestellt, dass wir hier auf madapez täglich um die 200+ Views haben. Seltsamerweise gibt es so gut wie nie einen Kommentar.

Gute Nacht, morgen muss ich pünklich bei einem Erste-Hilfe-Kurs aufkreuzen. Von daher breche ich an dieser Stelle einfach mal ab. Ich denke das wichtigste ist ohnehin bereits niedergeschrieben.

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