Monatsarchiv für Dezember 2007

Eine Perle des Alltags

kaypel am 20. Dezember 2007

Heute mal etwas nicht pokerspezifisches, sondern eine kleine Geschichte aus meinem Berufsleben. Ich hatte heute den mit Abstand lustigsten Kunden, den ich während meiner gesamten Laufbahn kennenlernen durfte.

Ich bekam den Auftrag für eine kleine Firma ein Plakat zu entwerfen. Dies tat ich. Um mit der Produktion beginnen zu  können musste ich mir noch die Freigabe des Kunden einholen; also rief ich ihn an um mich nach einer E-Mail-Adresse zu erkundigen.

Als die nette Sekretärin dann meinte, sie müsste sich erst danach erkundigen wurde ich schon etwas stutzig, lies mich aber nicht beirren und wartete geduldig auf den Rückruf. Wenige Minuten später meldete sie sich und gab mir die gewünschten Daten. Ich versicherte ihr, dass der Entwurf in wenigen Augenblicken bei ihr eintreffen würde, worauf sie mir voller Vorfreude verkündete, sie würde gleich den Rechner einschalten.

Ein Betrieb der ohne Computer auskommt?!

Ungefähr nach zehn Minuten erhielt ich dann einen weiteren Anruf. Man gab mir zu verstehen, dass der Entwurf gefallen würde und wir mit der Produktion beginnen dürften.

Voller Tatendrang schwang ich mich also an den Rechner um die Datei für den Druck vorzubereiten. Ich starrte auf den Bildschirm, unfähig mich daran zu erinnern wo ich die Datei abgelegt hatte. Dabei hatte ich sie doch erst wenige Augenblicke zuvor verschickt. Hatte ich das tatsächlich?

Verwirrt öffnete ich noch einmal die von mir versandte E-Mail. Ein Anhang fehlte.

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Sekt oder Selters?

jackplumm am 18. Dezember 2007

Es gibt im Leben immer schwierige Fragen. Zum Beispiel: welchen Beruf möchte ich ausüben? oder: Nehm ich den Kredit auf? oder eben: Sekt oder Selters?

All diese Fragen bieten einem mind. 2 oder mehr Möglichkeiten. Man muss dann wählen, und diese Wahl gilt im Allgemeinen als Entscheidung. Nur was ist wenn man sich nicht entscheiden möchte? Muss man sich denn entscheiden?

Um diese amateurhaft philosophischen Ansätze mal ins Poker zu adaptieren: Cashgame oder Turnier?

In der Zeit wo ich zu pokern anfing, spielte ich zuerst NL5, hatte zwar BR-Management im Hinterkopf, habe mich aber nur dran gehalten wenn ich mochte. Somit fing ich an Turniere zu spielen, obwohl dies meine BR nicht zuliess. Ich glaub das waren 6$ MTTs, mal mit 30, 45 oder 75 Teilnehmern. Ich hatte dort einen sehr erfolgreichen Höheflug. Meine hourly rate lag um die 20 $. Dann gings auf einmal bergab. Ich änderte mein Spiel nicht, verlor aber trotzdem. Wohl ein Zeichen dafür, dass mein Spiel einfach zuviele leaks hatte und ich vllt wirklich nur eine Glückssträhne. Das brachte mich dann wieder zum Cashgame, wo ich nun erfolgreich meine Start-BR bei Stars ver-6-fachen konnte. Der Dank geht da auch an pader und subhead, welche mich beim shorthanded spielen gecoachet haben.

Mittlerweile schmeckt mir Cashgame aber nicht mehr. Ich habe angefangen neben dem Cashgame vermehrt SNGs zu spielen. In SNGs fühl ich mich  momentan sehr wohl, beim Cashgame stagnierts grad. Hier kommt dann die Frage ins Spiel, ob man erfolgreich beides spielen kann/sollte. Ich werd definitiv von meinem MissErfolg berichten. Ich muss jedoch definitiv mehr pokern. Stichwort: Varianz.

PS.: Ich hab mir mal den Blocksatz von Kaypel abgeschaut :P

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Gute Nachrichten …

kaypel am 17. Dezember 2007

… für alle meine Gegenspieler. Mich hat nicht nur ein unangenehmer Downswing erwischt, ich tilte dazu phasenweise recht heftig. Das äußerst sich dann vornehmlich in aussichtslosen Bluffs.

Und wieder bin ich überrascht gegen was man alles verlieren kann. Sei es der Runner-Runner-Gutshot-Hit mit All-in-Action am Turn oder der allseits beliebte 2-Outer. Letzteren habe ich übrigens auch selbst noch treffen dürfen. :P

So beendete ich dann meine heutige Aufholjagd mit insgesamt sechs Stacks im Minus. Wenn man bedenkt, dass ich zwischenzeitlich sogar fast zwölf Stacks down war kann ich eigentlich recht zufrieden sein. Das Gröbste scheint überstanden.

Nebenbei habe ich auch noch zwei Turniere gespielt. Aus dem ersten bin ich mit Königen gegen AKo (Flush), aus dem zweiten mit AJs (TPTK + FD) gegen KJo (trifft den 2-outer) geflogen. Das hat meine Stimmung ehrlich gesagt nicht wirklich heben können.

Ansonsten habe ich Unmengen an Full Tilt Points produziert und werde mir wahrscheinlich einen neuen TFT zu Weihnachten schenken. Allerdings werde ich mit der Bestellung noch warten, bis ich den Neujahrsbonus freigespielt habe.

Full Tilt sind was Boni angeht nämlich verdammte Halsabschneider: Boni sowie Shopeinkäufe werden vom ohnehin viel zu geringen Rakeback abgezogen. In meinen Augen eine Frechheit. Allerdings ist die Software so gut, dass ich da einfach mal ein Auge zudrücke – sie ist meines Wissens die einzige, die nativ auf dem Mac läuft.

Jetzt werde ich mir noch schnell irgendein Hörbuch saugen und dazu relativ entspannt einschlafen. Morgen geht ja wieder der Arbeitsalltag los. Wahrscheinlich die letzten fünf Tage für dieses Jahr. \o/ Gute Nacht.

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pokern Sie auch mit Amateuren?

jackplumm am 13. Dezember 2007

Das ist eine Frage die sich jeder einmal gestellt hat. Sicherlich wird wohl auch jeder in etwa die Erfahrung gemacht haben, die ich gemacht habe.

Doch von vorne:
Eben jene Frage die diesen Eintrag als Titel schmückt, stellte mir mein Chef eines Mittags, einen anderen Kollegen im Schlepptau habend. Das ich poker ist jedem bekannt. Sieht man mich doch, wenn man mein Büro betritt des öfteren konzentriert meine Chips shufflen, die rechts von meiner Tastatur stehen und mir das Denken angenehm erleichtern. Ich weiss garnicht mehr ob ich über diese Frage wirklich nachgedacht habe. Meine Antwort an diesem Mittag lautete jedoch JA.

Ich fragte dann diesen Kollegen den mein Chef anschleppte, mein Chef pokert übrigens nicht mit, nach welcher Struktur gespielt wird. Nach langem hin und her hatte ich dann raus, dass die ein Sit n’ go spielen. Jedenfalls verblieb ich mit den Kollegen so, dass ich mich zu der Runde hinzugesellen würde.

Ich wurde dann zum abgemachten Zeitpunkt in den Aufenthaltsraum gerufen. Auf der Couch lag ein Poker set, daneben "Poker für Anfänger", die Anleitung. Da alles so schleppend verlief, packte ich dann das Poker set aus. Das erste was mir auffiel: Pappkarten. Während die anderen die Chips sortierten und verteilten, versuchte ich die Karten auf professionelle Art zu mischen. Man fragte mich dann: "Sag mal, was machst du denn da, willst du die Karten zinken?". Woraufhin ich sagte: "Ne ich versuch die nur zu mischen, aber die Pappkarten sind ja mal megaweak. Die kann man garnicht richtig mischen, ich bin Plastikkarten gewohnt". Dann ein anderer: "Ja wie, es gibt Plastikkarten?"

"Ja die gibt es". Dann wurde ich über die Blindstruktur aufgeklärt: "Die Roten sind einer, die blauen sind zweier, die grünen 3er, die schwarzen 4er und die orangenen 5er". Ich versuchte mein bestes Pokerface aufzusetzen um meine Enttäuschung darüber, dass ich die nexten 2 Stunden meines Lebens nie zurückbekommen werde, nicht zu zeigen. Ich fragte: "Wann steigen denn die Blinds?". "Wenn einer aussscheidet. Das geht dann sowiso alles ganz schnell wenn der erste erstmal raus is. Dann gehen ziemlich schnell eh alle all-in". Oha, das kann ja was werden, dacht ich.

Das Spielen war dann total fürchterlich. Ich kam mir vor wie bei ner Runde mau mau. Ich bekam keine Hand. Und bei den Händen die ich spielte waren dann eh immer alle dabei. Raises die normal jeden gelernten Pokerspieler das fürchten lehrten wurden gecallt. Somit wurde ich bei fast jeder Hand outgedrawed. Am schlimmstem war dann, als einer meiner Kollegen als erster rausflog und den Dealer machte. Dem wars scheiss egal wo der Button lag, ich bekam die Karten immer zuerst.

Alles in allem hat mich der Abend 5 Euro gekostet. Diese 5 Euro waren jedoch gutes Lehrgeld. Ich weiss nun, dass ich davon in Zukunft die Finger lassen werde. Die Frage "Pokern Sie auch mit Amateuren?" werde ich ab sofot mit einem Nein beantworten.

Weitere Kurzmeldungen:

  • Ich bin umgezogen. Subhead und ich teilen uns nun eine 80 qm² Altbauvilla.
  • Neuer Rechner bestellt. Deswegen keine Lust wirklich am PC zu sitzen und zu pokern. Zumal PAHUD total rumspackt.
  • Weihnachtsfeiern. 2/3 hinter mir

 

 Blogtip: http://blog.beetlebum.de/ - ein Illustrierter Blog

 

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