Monatsarchiv für November 2007

DPPC08 - Die Vorrunde

kaypel am 19. November 2007

Wie versprochen ein kleiner Bericht zu meinem heutigen Abend – meinem ersten richtigen Live-Poker.

Ich war überrascht wie groß doch der Unterschied zwischen dem heutigen Abend und dem für mich fast alltäglichem Onlinespiel ist. Ich bilde mir ein von meiner Mutter gute Menschenkenntnis geerbt zu haben, zumindest bestätigten sich einige meiner ersten Eindrücke recht schnell.
Da gab es das Alphamännchen, der in der Hofpause verschmähten Kinder; Ein absoluter Maniac der unbedingt seine angebliche zwanzigjährige Erfahrung unter Beweis stellen wollte und so auf eine ordenliche Erhöhung und einen Call der beiden Rocks Trash pusht. Sein Qxo hatte natürlich keine Chance gegen QQ und, wenn ich mich nicht täusche, AK.
Sehr zur allgemeinen Unterhaltung beigetragen hat auch der nervöse Zu-Spät-Kommer. Er hatte scheinbar das Bedürfnis die verlorene Zeit wieder aufholen zu müssen, vielleicht wollte er auch nur einen netten Eindruck hinterlassen, jedenfalls spielte eigentlich jeden Pot - gleich in seiner ersten Hand flopt er einen Flush, der ihm vom schlecht bluffenden Henry, dem Coach, sogar voll ausbezahlt wird. Ich habe schwerenherzens zwei Paar am River abgelegt, hatte aber auch nicht sonderlich viel investiert.

Witzig war, als er einen bestimmt Betrag nicht callen konnte, versucht seinen Chip zu tauschen, er aber gesagt bekommt er solle dies während der Hand tun und er darauf hin "Ich leg’ erstmal Tausend" sagt und es tut.
Henry bestätigt seinen Raise auf die dreifache Potgröße woraufhin er fast, ach was schreib ich … Er flipt aus und kann erst nach knapp drei Minuten durch einen Reraise All-in um ungefähr 500 von Matthias etwas zur Ruhe gebracht werden. Er foldete dann übrigens aus Prinzip.

Eventuell sollte ich noch auf die Struktur des Spiels eingehen: Jeder bekam einen Stack im Wert von 2k Chips, die Option eines Rebuys sowie eine Jokerkarte. Mit ihr war es einem möglich zu jedem beliebigem Zeitpunkt irgendeine Karte, sei es aus dem Board oder der eigenen Hand (warum auch immer man das tun sollte) zu tauschen. Zum Glück gibt es soetwas normalerweise nicht.

Gespielt wurde dann mit Blinds von zehn und 20, später, als sich einige Protégés des letzten Wettbewerbs dazugesellten, auch mit Straddle sowie Restraddle – für mich absolut neu aber eigentlich recht interessant. Ich bin mir aber noch nicht sicher in welchen Situationen es sinnvoll ist.

Ich selbst habe im Gegensatz zu den anderen Spielern recht zeitig meinen Rebuy genutzt. Henry hatte offenbar gefallen daran so viele Chips wie nur möglich in den Pot zu werfen, er saß ja auch vor dem Koffer mit allen restlichen Chips, einfach um die Leute zu Entscheidungen zu drängen.

Leider hat er die Position, die er auf mich hatte so gut wie nie genutzt und ich sammelte mit C-Bets fleißig zwei, drei kleine Pötte, die ich nach einem versehentlichen Muck des Winners auch nötig hatte.
Nur ein einziges Mal hatte ich die Gelegenheit ihn in einem Family-Pot zu checkraisen, woraufhin er aber ablegte: Ich raiste aus mittlerer Position 54 und das J54-Board ganz gut. Warum mit diesem zweifarbigem Flop sonst niemand der vier oder fünf Caller etwas anfangen konnte bleibt ein Rätsel.

Ziemlich hirnrissig habe ich meinen Joker verblasen. Mit einem Straightdraw konnte ich billig bis zum River callen. Anstatt den Flushdraw zu spielen reiße ich den möglichen Draw am Board kaputt und stehle mir auf diese Weise selbst sieben Outs. Halb so schlimm, getroffen habe ich weder die Straße noch wäre aus dem Flush-Bluff etwas geworden.

Erst gegen Ende, als schon feststand, dass ich nur zum Recall darf wurde ich in zwei größere Pötte verwickelt. Beim ersten erhöhte ich mit QQ um meinen halben Stack, flope einen OESD K hi, schiebe den Rest hinterher.

Wahrscheinlich wollte Henry dann auch endlich mal eine Hand gegen mich spielen. Er meinte ich wäre sehr ruhig gewesen, weshalb der Einzug in die Zwischenrunde noch gefährdet sei – er ist sich bei mir einfach nicht sicher, meinte er.

Mittlerweile denke ich, diese Aussage als Kompliment auffassen zu können.

Jedenfalls hat er mir zum Schluss doch noch einen großen Pot für TPGK geschenkt. Hätte ich nicht nötig gehabt, denn ich war auch so im Plus. ;)

Weiter geht es leider erst im nächsten Jahr, da der Coach außer Landes ist. Ich freue mich darauf und hoffe, dass es euch ein klein wenig genauso geht. Gestern erst habe ich festgestellt, dass wir hier auf madapez täglich um die 200+ Views haben. Seltsamerweise gibt es so gut wie nie einen Kommentar.

Gute Nacht, morgen muss ich pünklich bei einem Erste-Hilfe-Kurs aufkreuzen. Von daher breche ich an dieser Stelle einfach mal ab. Ich denke das wichtigste ist ohnehin bereits niedergeschrieben.

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Das Wort am Wochenende

kaypel am 18. November 2007

Ich war ungeduldig, vielleicht auch leichtsinnig, vor allem aber siegessicher. Gestern habe ich meine erste NL400-Session gespielt. Eine Winning-Session!

Wie ich bereits vermutet habe unterscheiden sich NL200 und NL400 nicht dramatisch, ich hatte teilweise sogar das Gefühl, als wäre es sogar ein Stück einfacher: Das Preflop-Spiel war etwas weniger aggressiv und es schien mir so als würden sich hier sogar einige Donks mehr tummeln.

Fairerweise sollte ich vielleicht erwähnen, dass sich diese Aussagen lediglich auf 3500 gespielte Hände beziehen und ich somit nur eine Momentaufnahme beschreibe. Dennoch spüre ich Rückenwind.

So konnte ich übrigens auch meinen Rekord, die Potgröße betreffend, brechen: rund $1200 konnte ich mit einem Set gegen Könige gewinnen. Für den geneigten Leser habe ich die Hand bei pokerhand.org gepostet – leicht verdientes Geld.

Worüber ich mich aber am meisten freue ist der Beginn des DPPC 08, in Worten Dioperdona Poker Protégé Contest. Ich weiß zwar nicht worum es dabei genau geht, aber allein die Möglichkeit vernünftig live zu pokern und dabei noch etwas von Henry St. Llamar zu lernen ist die investierte Zeit wert.

Heute Abend findet meine erste Session im Cabinet statt. Sobald ich wieder zu Hause bin, spätestens morgen werde ich davon berichten.

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FTOPS Event #7

kaypel am 12. November 2007

Die Eckdaten:

  • 4.475 Teilnehmer
  • 1.342.500 im Pot
  • Beginn: 0.00 Uhr MEZ

Ja, es ist jetzt kurz nach vier. Ja, das Turnier läuft noch – ohne mich. Nein, ich bin nicht ins Geld gekommen. Ich habe meinen Stack, welcher derzeit den doppelten Durchschnitt betrug mit Königen gegen Asse verspielt.

Aber ich will jetzt nicht weinen, das Geld und vor allem die Zeit sind weg. Und ich kann sagen überwiegend gut bis sehr gut gespielt zu haben. Mein locker-aggressiver Stil, normalerweise ich spiele ich ja 6max, kam sehr gut an.

Relativ zeitig flopte ich ein Set mit dem ich gegen Luft leicht verdoppeln konnte. Ich musste lediglich die Hand aufhalten. Groszartig spektakuläre Hände gab es dann allerdings nicht mehr. Viele Chips konnte ich durch Bluffs kassieren. Das war gegen diesen Haufen weak-tighter Spieler aber auch nicht sonderlich schwierig.

Leider habe ich dann meine Asse, die ich gleich nach einem Resteal aus dem Bigblind bekommen habe, wie der letzte Bauer gespielt. Anstatt gleich zu reraisen wollte ich besonder tricky sein und call. Als dann der Turn einen zweiten König brachte habe ich mir in den Arsch gebissen. Glücklicherweise hielt Villain nur ein mittleres Paar und ich konnte einen kleinen Pot gewinnen.

Später habe ich dann noch einige vermeintliche Coinflips verloren. Am Showdown stellte sich heraus, dass ich jedesmal 4 zu 1 Underdog war. Naja, da habe ich sogar ein Mal gegen Quads verloren. Ich mag Quads. Vor allem wenn ich sie halte.

Tja, soviel dazu. Welches Turnier ich als nächstes Spiele kann ich jetzt noch nicht sagen. Das wird sich ergeben. Achso, Cashgame lief nebenher übrigens sehr gut: Den Buy-in habe ich locker wieder raus.

Gute Nacht.

PS. 811ter

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Typisch

kaypel am 11. November 2007

Eigentlich war es ja klar, dass gleich nach meinem Beitrag ein Swing nach unten einsetzen musste, auch wenn man ihn im Nachhinein auch als Break-Even-Stretch bezeichnen kann. Gestern und heute hingegen lief es ganz ordentlich, oder bin ich mal lieber ehrlich und schreibe; Es hätte gestern und heute sehr gut für mich laufen können, hätte ich nicht so unglaublich schlecht gespielt. Da calle ich beispielsweise mit einem Nutflush (Royal Flush Draw) auch noch eine saftige Valuebet und verliere insgesamt knapp zwei Stacks obwohl ich wusste geschlagen zu sein – am Turn gesellte sich zur Pik-Zehn eine weitere.

Trotzdem sehe ich noch keinen Grund meinen geplanten Ausflug auf NL400 vorzeitig abzusagen. Um ehrlich zu sein habe ich sogar schon einige wenige Hände gewagt – natürlich nur um mich an die Wettgrößen zu gewöhnen, aber eigentlich eher zufällig, habe mich verklickt.

Was übrigens in letzter Zeit recht häufig passiert ist. Zum Glück meist Preflop, denn da ist wirklich selten jemand bereit fast 40 Bigblinds zu reraisen, geschweige denn zu callen. Nur ein einziges mal hat jemand sein Bubenpaar gepusht. Glücklichweise hielt ich in dieser Hand zwei Asse. Wahrscheinlich hat ihn mein "oh #@!*" im chat motiviert.
Richtig teuer war hingegen eine versehentliche All-in-C-bet mit Trash gegen einen Full House.

Dann hatte ich ja im letzten Beitrag auch angekündigt einige Turniere der FTOPS zu spielen. So habe ich mir für das erste, welches um drei Uhr mitteleuropäischer Zeit startete sogar einen Tag frei genommen. Leider habe ich den Anmeldeschluss und damit den Beginn des Turniers um zehn Minuten verschlafen. Auf Arbeit wurde ich natürlich wunderbar dafür auselacht; dort kennt man diese, einige Leute würde Laster sagen, Attitüde auch sehr gut.

Wie dem auch sei, morgen habe ich mir wieder freigenommen. Denn heute werde ich um Punkt Zwölf am Tisch sitzen um das siebente Event und damit das in meiner Laufbahn höchst dotierte Turnier zu spielen.

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